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Die Sache mit dem Bildmaterial...

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Für euch habe ich noch einen kleinen Beitrag vorbereitet, damit ihr im nächsten Jahrzehnt nicht dieselben Social-Media-Fehler macht. Kleiner Disclaimer vorne weg: Es geht mir dabei vor allem um die kommerzielle Nutzung von Fotos. Wie ihr privat plant/arbeitet, ist wieder eine ganz individuelle Sache, da habe nicht mal ich Einfluss. Ich bin auch keine Rechtsperson, sondern gebe nur Erfahrungen weiter. Der Beitrag ist auch nicht vollständig. Wenn ihr Anregungen habt, freue ich mich natürlich gerne über eine konstruktive Diskussionsgrundlage.

Bildrechte & Quellen

Es hat sich schon sehr viel zum Positiven verändert. Zu meiner Zeit, als ich mit der Fotografie angefangen habe, hat sich noch keiner darum geschert, woher die Konzertfotos kamen. Sie wurden einfach geteilt. Meistens ohne Nennung des Fotografens / der Fotografin. Das war dann meistens wie ein Schlag in die Magengrube, weil in jedem Foto Arbeit steckt. Man drückt nicht nur den Auslöser. Als Fotograf überlegt man sich, ob die Belichtung stimmt, wie man die Musiker/Bands präsentiert und am Ende hat man auch noch die Endbearbeitung, weil oftmals die Beleuchtung vor allem in kleineren Locations sehr zu wünschen übrig lässt. Deshalb ist es nicht mehr als recht, wenn das Social Media Profil (sofern vorhanden) gleich mitverlinkt wird. Das funktioniert langsam und mich freut es zu sehen, dass dahingehend immer mehr sensibilisiert wird. In der Buchbubble sieht das leider anders aus. Da wird auf gut Deutsch auf Bildrechte geschissen. Man klaut sich von Pinterest häufig für sogenannte Moodpics oder Charaktergrafiken alles Mögliche zusammen, aber sobald irgendwo Geld fliesst, gibt es keinen Welpenschutz mehr. Pinterest ist eben heute das neue Google.

Nur weil es alle machen, heisst es nicht, dass es rechtlich in Ordnung ist. Ganz im Gegenteil. Schauspieler, Schauspielerinnen, Models, Bands, Solokünstler: Sie alle könnten hinter einer Marke stehen. Die Autorin / Der Autor macht sich also in vielerlei Hinsicht strafbar, wenn diese Bilder kommerziell genutzt werden. Stattdessen gibt es im Jahr 2019 Alternativen wie Unsplash (free/publicdomain) oder man geht den etwas teuren und dafür sicheren Weg: Stockmodels, wenn ihr eure Charaktere unbedingt visualisieren wollt / oder ihr sucht euch eine Illustratorin, damit ihr auch bestimmt etwas Einzigartiges habt (was ich gemacht habe – dazu bald mehr.) Aber es kann nicht angehen, dass sogar grosse Instagram-Accounts von verlagsunabhängigen AutorInnen immer noch auftreten, als hätten sie sich nicht umgehend mit Bildrechten befasst. Das kann ganz schön teuer werden.

Ein kleiner Tipp noch am Rande: achtet auch bei Seiten wie Unsplash oder Pixabay darauf, dass ihr das Bild nicht einfach nehmt. Recherchiert erst, ob der Fotograf oder die Fotografin das Bild auch wirklich gemacht hat. Oftmals findet ihr bei Pixabay vor allem auch Collagen, die dort einfach hochgeladen werden. Die sind rechtlich gesehen genau so unsicher wie der Content auf Pinterest – vor allem wenn ihr vor habt, Bildmaterial für Buchcover zu nehmen. Ihr könnt Pinterest natürlich für private Zwecke verwenden. Aber nicht, wenn ihr damit euer Buchprojekt bewerbt. Ein kleiner Einblick, wie ihr plottet oder Ideen findet mag denke ich wiederum jeder. Es geht dabei ja nicht nur explizit um Fotos von Berühmtheiten sondern allgemein Bilder, die von Pinterest genommen werden, weil es ja so bequem ist. Aber der bequeme Weg ist oftmals nicht der sicherste Weg. Ich will euch damit ans Herz legen, dass ihr im nächsten Jahr etwas mehr darauf achtet, denn mich als Fotografin macht es wütend, wenn oftmals so unbedacht mit Bildmaterial umgegangen wird. Mir wurden auch schon Fotos geklaut (es wurde ungefragt ein DVD Cover zu einem privaten Konzertmitschnitt gemacht, der dann in Umlauf ging) und wenn man da nicht hinschaut, hat man als Fotograf selbst oftmals die Arschkarte gezogen, weil die Managements der Bands oftmals "Fan-Arts" nur in einem gewissen Mass dulden und dann auch nur zu ihren Konditionen. Es gibt übrigens auch Schauspieler und Schauspielerinnen, die nicht wollen, dass man ihr Gesicht ungefragt als Werbebild benutzt, denn genau das tut ihr im Grunde, wenn ihr eure Charaktere mit solchen Fotos ausstattet und dann für eure Bücher Werbung macht. Wie ihr das letzten Endes handhabt, ist euch überlassen. Das ist mein kleiner Denkanstoss. Ihr könnt etwas daraus mitnehmen oder eben nicht.

Ich wünsche euch ruhige und entspannte Feiertage. Wir lesen uns dann im neuen Jahr mit voller Tatendrang wieder!

Lorena

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